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Trading: Abgrenzung zwischen Vermögensverwaltung und Einkünfte aus Gewerbebetrieb im Einkommensteuerrecht

Beim Handel mit Kryptowährungen muss zuerst festgestellt werden, ob das Trading als vermögensverwaltende Tätigkeit („Vermögensverwaltung“) oder als Gewerbebetrieb betrieben wird. Diese Unterscheidung ist von großer Bedeutung, weil unterschiedliche steuerliche Konsequenzen daran geknüpft sind. Liegt Vermögensverwaltung vor, dann sind Gewinne aus dem Trading nur im Rahmen der Sonstigen Einkünfte („Spekulation“) steuerpflichtig, sofern zwischen Anschaffung und Veräußerung der Coins nicht mehr als ein Jahr vergangen ist Ein Verkauf außerhalb dieser Jahresfrist führt zur Steuerfreiheit dieser Gewinne. Verluste im Rahmen einer vermögensverwaltenden Tätigkeit dürfen nicht mit anderen Einkünften (zB Dienstverhältnis, etc) ausgeglichen werden. Liegen Einkünfte aus Gewerbebetrieb vor, dann sind sämtliche Gewinne - unabhängig von der Behaltedauer – steuerpflichtig. Verluste können im Rahmen der Einkünfte aus Gewerbebetrieb idR mit anderen Einkünften verrechnet und ein nicht im selben Jahr verwertbarer Verlust kann in die Folgejahre vorgetragen werden.

Wann liegt Vermögensverwaltung und wann ein Gewerbebetrieb vor?

Ob Vermögensverwaltung oder Einkünfte aus Gewerbebetrieb vorliegen, ist immer eine Sachverhaltsfrage, die nach dem jeweiligen Gesamtbild des Einzelfalles zu prüfen ist.

Vermögensverwaltung liegt ganz allgemein dann vor, wenn eigenes Vermögen genutzt (zB Kapitalvermögen verzinslich angelegt oder unbewegliches Vermögen vermietet wird) wird. Vermögensverwaltung ist eine auf Fruchtziehung bzw. Substanzerhaltung gerichtete Tätigkeit. Im Gegensatz dazu ist eine gewerbliche Tätigkeit durch Ausnützung substanzieller Vermögenswerte mittels Umschichtung oder durch zusätzliche - über die Aufgaben einer Verwaltung hinausgehende - Tätigkeit gekennzeichnet.

Zur Abgrenzung zwischen Vermögensverwaltung und Einkünften aus Gewerbebetrieb gibt es in Bezug auf das Trading mit Kryptowährungen weder Judikatur noch Aussagen von Seiten des BMF. Unter Berücksichtigung einer analogen Anwendbarkeit der Judikatur des VwGH zu Wertpapiergeschäften, lassen sich folgende Schlussfolgerungen aufstellen:

Ein wiederholter An- und Verkauf von Kryptowährungen stellt dann Einkünfte aus Gewerbebetrieb dar, wenn der An- und Verkauf sich nicht auf die nutzbringende Verwertung des eigenen Vermögens beschränkt, sondern in erheblichen Umfang mit Hilfe von Bankkrediten durchgeführt wird.

Folgende demonstrativ angeführten Indizien können ausgehend vom "Umfang der Tätigkeit bzw. des Ausmaßes" - für einen Gewerbebetrieb sprechen:

  • Ausüben der Tätigkeit als Hauptberuf
  • Unterhalten eines Büros oder einer Organisation zur Durchführung des Tradings
  • Anbieten der Leistung an eine breitere Öffentlichkeit
  • Abschluss von Geschäften auf fremde Rechnung
  • planmäßige und nachhaltige Fremdfinanzierung des Tradingsgeschäftes

Der Umfang des zu verwalteten Vermögens ist für sich alleine kein Kriterium für das Vorliegen eines Gewerbebetriebes.

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 Disclaimer: Diese Information gibt bloß einen ersten Überblick und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie kann ein ausführliches und individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Enzinger Steuerberatung übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit dieser Information.