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Wie werden Gewinne aus Security Token steuerlich behandelt?

Die unternehmensrechtliche bzw. steuerliche Einordnung von Security Token ist immer anhand der konkreten Ausgestaltung im Einzelfall zu beurteilen

Beurteilung aus der Sicht des Unternehmens

Beim emittierenden Unternehmen ist zwischen unternehmensrechtlicher Bilanzierung und Steuerrecht zu unterscheiden.

Unternehmensrechtlich kann ein Security Token entweder als Eigenkapital, Hybridkapital oder Fremdkapital in der Bilanz des Unternehmens ausgewiesen werden. Für den Ausweis als Eigenkapital muss eine unbefristete, nachrangige Kapitalüberlassung und eine gewinnabhängige Vergütung wie zB bei Aktien vorliegen. Wird das Kapital nachrangig aber nicht unbefristet sondern langfristig (5-10 Jahre) mit gewinnabhängiger Vergütung zur Verfügung gestellt, hat unternehmensrechtlich ein Ausweis als Hybridkapital zu erfolgen. Werden die Voraussetzungen von Eigenkapital bzw. Hybridkapital nicht erfüllt, sind die Security Token als Fremdkapital in der Bilanz darzustellen.

Im Steuerrecht ist zu prüfen, ob der Security Token entweder Eigen- oder Fremdkapital darstellt. Steuerliches Eigenkapital wird dann vorliegen, wenn der Security Token eine Beteiligung am Gewinn und am Liquidationsgewinn vorsieht. Liegt keine Beteiligung am Gewinn und am Liquidationsgewinn vor, so ist der Security Token steuerlich als Fremdkapital zu qualifizieren

Beurteilung aus der Sicht des Investors (natürliche Person)

Einkünfte aus Security Token können beim Investor Einkünfte aus Kapitalvermögen im Sinne § 27 EStG darstellen. Einkünfte aus Kapitalvermögen sind Einkünfte aus der Überlassung von Kapital, aus der realisierten Wertsteigerung von Kapitalvermögen und aus Derivaten. Zu den Einkünften aus der Überlassung von Kapital zählen zB Gewinnanteile aus Aktien oder Substanzgenussrechte. Werden Security Token so gestaltet, dass Gewinnansprüche wie bei Aktien oder Substanzgenussrechten ausbezahlt werden, liegen Einkünfte aus Kapitalvermögen vor. Hinsichtlich des anzuwendenden Steuersatzes ist zu unterscheiden, ob der besondere Steuersatz von 27,5% anwendbar ist oder die Einkünfte dem progressiven Einkommensteuertarif unterliegen. Im Fall von Security Token, die Gewinnansprüche wie bei Aktien und Substanzgenussrechten vorsehen, ist idR der besondere Steuersatz von 27,5% anwendbar. Liegt hingegen ein nicht verbrieftes bzw. nicht öffentlich angebotenes obligationsähnliches Genussrecht oder eine Darlehensgewährung vor, werden Einkünfte daraus mit dem progressiven Einkommensteuertarif besteuert.

Haftungsausschluss: Diese Information gibt bloß einen ersten Überblick und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie kann ein ausführliches und individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Enzinger Steuerberatung bzw. crypto-tax.at übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit dieser Information.